Projektsteuerung, Planung und Realisierung von Bauprojekten

Kläranlage Golfplatz St. Wendel
Abwasserwerk der Stadt St. Wendel

Objektplanung, örtliche Bauüberwachung, Bauoberleitung
Federführung wissenschaftliches Begleitprogramm

Das Abwasserwerk der Stadt St. Wendel hat am 12.05.2005 weltweit erstmals eine Biomembran-Kläranlage auf der Basis nanotechnischer Keramikmembranen in Betrieb genommen.

Aufgrund des innovativen Charakters und der weitreichenden gewässerökologischen Bedeutung dieses besonderen Abwasserreinigungsverfahrens wurde diese Pilotkläranlage vom Ministerium für Umwelt des Saarlandes als Entwicklungs- und Erprobungsvorhaben gefördert.

KA Golfplatz St. Wendel

Mit dieser Nanobiomembran-Kläranlage werden die Abwässer der Golfplatzanlage St. Wendel weitestgehend auf Badewasserqualität gereinigt. Aufgrund der im Vergleich zu den bisher üblichen Möglichkeiten von technischen Kläranlagen deutlich verbesserten Reinigungsleistung wird der Ablauf dieser Membrankläranlage über die belebte Bodenzone versickert oder kann als Brauchwasser wieder verwendet werden. Weiterhin wurde mit dieser innovativen Technik deutlich weniger Baufläche benötigt und damit ein geringerer Eingriff in Natur und Landschaft erforderlich.

Zusammengefasst sollten mit der Anwendung dieser neuen Technik folgende Ziele und Vorteile erreicht werden:

  • Hygienisierung des Kläranlagenablaufes
  • Reduzierung der endokrinen Stoffe (Pharmaka, Hormone, Antibiotika) im Kläranlagenablauf
  • Minimierung der allgemeinen Einleitwerte (Organik, Nährstoffe)
  • Geringerer Eingriff in Natur und Landschaft durch Minimierung der verfahrenstechnisch notwendigen Bauwerke
  • Förderung eines weltweit innovativen Verfahrens

Unter Beachtung der rechtlich relevanten Forderungen zum Gewässerschutz infolge der EU-Wasserrahmenrichtlinie und zum Natur- und Artenschutz infolge der EU-FFH-Richtlinie kommen der Erreichung dieser Ziele erhebliche Bedeutung zu.

Die nanotechnische Keramikmembran wurde durch die saarländische Firma ItN Nanovation GmbH entwickelt und produziert. Die Objektplanung und die wissenschaftliche Betreuung der Biomembrankläranlage hat die KEN GmbH & Co. KG, Neunkirchen, übernommen. Mit Förderung dieses innovativen Verfahrens wird somit auch der Wirtschaftsstandort Saar gestärkt.

KA Golfplatz St. Wendel

Es war vor der Inbetriebnahme der Kläranlage zu erwarten, dass die vorsichtig gewählten Bemessungsparameter Permeatfluxleistung, Reinigungsbedarf und Nutzungsdauer der Keramikmembran aufgrund der nanokeramischen Materialeigenschaften bessere Praxiswerte annehmen würden und somit geringere Gesamtkosten für dieses neue Verfahren möglich sind.

Erste Analysen des Kläranlagenablaufs und die positiven Betriebserfahrungen haben diese Vermutungen bestätigt. So ist anhand von mikrobiologischen Untersuchungen die weitestgehende Entkeimung des Abwassers von einem unabhängigen Analytiklabor nachgewiesen worden. Auch die Reinigungsleistung der Kläranlage - gemessen an dem chemischen bzw. biologischen Sauerstoffbedarf (CSB bzw. BSB) - bestätigen die hohen Erwartungen an diese innovative Kläranlage.

Im Rahmen eines momentan unter Federführung der KEN im Auftrag des Abwasserwerkes und vom Land geförderten wissenschaftlichen Begleitprogramms wird das Betriebsregime der Anlage weiter optimiert, um den Betriebsmittel- und Energieeinsatz der Kläranlage so weit technisch möglich zu reduzieren.